Gaymanns Virus-Visionen – Phase 5

Ich gehöre ja zu denen, die prima Homeoffice machen können. Raus aus dem Bett, rein in die Lederhose und hoch ins Atelier. Es gibt Tage an denen bleibe ich den ganzen Tag so. Sieht mich ja keiner – außer meine Frau. Der Lieferservice kommt nur bis zur Gartentür.

Aber wir kochen ohnehin viel selbst und ganz hervorragend. Zugegebenermaßen bin ich allerdings meistens nur der Verkoster. Den kreativen Part übernimmt an dieser Stelle meine Frau. 

Immerhin habe ich uns schon von Anfang an mit den wichtigen Dingen eingedeckt, damit wir nie auf dem Trockenen sitzen. 

Aber ganz ehrlich: Ich möchte so gerne mal wieder Essen gehen. So richtig ins Restaurant, mit leicht distinguiertem Ambiente, freundlicher Bedienung, mit Tischlein-Deck-Dich-von-ganz-allein und köstlichen Speisen auf den Punkt gegart. 

Man würde sich dann auch endlich wieder schön anziehen.

Es könnte natürlich sein, dass sich meine Frau dann für die Lederhosentage rächt.

Vielleicht ist es doch gut, dass die Restaurants erst nach den Friseuren wieder öffnen – irgendwann.

Gaymanns Virus-Visionen – Phase 4

Ich muss zugeben, es gibt Momente, da sehne ich mich nach etwas mehr Abwechslung im gar zu häuslichen Alltag. Was war das früher schön: Theater, Konzerte, Museen!

Alles seit Wochen geschlossen. Man kann ja noch nicht mal mehr in den Zirkus.

Die Hochkultur liegt brach, aber sie schläft nicht. Die Kreativität bricht sich Bahn und das natürlich in erster Linie im Internet. Eigentlich bräuchte man zwei Leben um all die Live-Streaming-Angebote wahrzunehmen, die derzeit angeboten werden. 

Bei den Aufrufen aus den Sozialen Medien zu Flashmobs und kollektiven Solidaritätsbekundungen fühle ich mich zugegebenermaßen manchmal etwas unter Druck gesetzt.

Ach, ich freue mich, wenn sich die Pforten der Kultureinrichtungen wieder öffnen und die Kunst wieder leibhaftig erlebbar wird. Natürlich wird es dann alles etwas anders sein als zuvor…

Trostpflaster per Post

Falls es etwas gibt, das aufgrund des Social Distancing einen Aufschwung erlebt, dann ist es das Briefeschreiben. Natürlich auch das Telefonieren, die Videokonferenzen, die Sozialen Medien… Aber Menschen, die man nicht mehr besuchen darf, schickt man Grüße, Care Pakete, kleine Aufmunterungen per Post. So geht es jedenfalls mir.

Und ich finde es toll, dass der Discordia Verlag so schnell reagiert und drei meiner neuen Motive als Postkarten gedruckt hat. 

Wer möchte, findet die ab sofort im Buchhandel oder natürlich Online

Gaymanns Virus-Visionen – Phase 3

Es ist diese Jahreszeit, in der ich es in den Knochen spüre: Geh hinaus! Erobere die Welt! Entdecke fremde Länder! Schmecke exotische Speisen! Erforsche das Unbekannte! Marc O’Polo! Alexander von Humboldt! Oder halt Neckermann! Doch das überbordende Fernweh stößt auf die bittere Realität.

Und wenn es mir gelänge den wachsamen Nachbarn zu täuschen? Der Osterferienstau auf den Autobahnen Richtung Brenner ohne mich… undenkbar.

Aber nein, die Leute – so auch ich – sind ja alle vernünftig und bleiben zuhause. 

Naja, fast alle. 
Aber wir holen das nach! Die Deutschen sind schließlich Reiseweltmeister und wissen, wie Genuss geht. Doppelt, dreifach und mit Schlagsahne obendrauf.

Bis dahin bleibe ich eben zuhause. Geht doch.

Gaymanns Virus-Visionen – Phase 1

Was sind das für Zeiten. Vor eineinhalb Wochen saßen wir noch mit Freunden in fröhlicher Runde bei Wein und guten Gesprächen. Dann blieb meine Mitarbeiterin zuhause wegen der bayernweiten Schulschließungen und die Isolation begann. 

Jetzt sitze ich schon über eine Woche allein in meinem Adlerhorst. Ohne Freunde, ohne Mitarbeiterin, ohne Gesellschaft, ohne… Nein, zum Glück nicht ohne….

Denn für guten Wein gilt:

Und ich bin überwältigt zu sehen und zu hören, welche Kreativität diese Krise bei uns Menschen freisetzt. Es blüht die Solidarität und es sprühen die Ideen. Im Internet, auf den Balkonen und bei den Menschen daheim in der Isolation. Und über allem thront der Humor.

Andrà tutto bene!

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